Am Mittwoch gibt's Ärger

Könnte sein, dass das störungsfreie Surfen auf den Seiten von Facebook oder Google morgen empfindlich gestört wird, denn die ganze digitale Welt wird morgen einem Test unterzogen:
Neue Telefonnummern für das Internet
Ein Beitrag von Stefan Römermann
Am Mittwoch (08.06.) startet ein Testlauf für das neue Internet-Protokoll. Gut möglich, dass Facebook oder Google dann nur schwer zu erreichen sein werden.
Um es kurz zu erklären: Bisher nutzt man im Netz die IPv4-Adressen. Das sind die Zahlenkolonnen hinter den Domainnamen, die wir so kennen und eintippen, z. B. "google.de". Der Computer setzt dies in die angesprochenen IP-Adressen um, und findet so den richtigen Server.
Die IPv4-Adressen gehen jetzt allerdings zu Ende und man braucht viel mehr, und darum größere Adressen. Im Grunde macht man jetzt also das gleiche, wie damals mit den Postleitzahlen in Deutschland: man vergrößert sie. Den ganzen technischen Hichhack lasse ich jetzt mal weg, und sage schlicht: Das ist nicht so einfach! Genau darum, muss auch getestet werden, ob das in der freien Wildbahn funktioniert.
Im Grunde sollten unsere Browser, so sie aktuell sind, mit beiden Adressräumen klar kommen - theorethisch. Laut Plan werden für einen Übergangszeitraum jetzt beide Adressen angeboten und Euer Browser schaut, welche Adresse er besser erreicht. Allerdings könnte es dabei Probleme geben und bestimmte Seiten erscheinen dann nicht erreichbar, weil die IPv6-Strecke gestört ist, der Browser und das System, genau das aber nicht erkennt. Das schaut dann aus, als ob irgendwas abgestürzt ist. Kurioserweise sind es diesmal die Linux- und Mac-User, die mit nicht reagierenden Seiten vermehrt zu kämpfen hätten, weil ire Systeme bei der Anwahl der Seiten wesentlich sorgfältiger zur Sache gehen als Windows.
Eine Lösung gibt's aber, denn man kann in seinen Netzeinstellungen einfach die IPv6-Funktion deaktivieren, und kriegt dann von dem Testgedöhnse nix mit.
Für Windows wird in diesem Video erklärt, wie man die IPv6-Funktion deaktiviert:
Bei Mac OS X geht man so vor: Netzwerkeinstellungen öffnen; TCP/IP anwählen; "IPv6 konfigurieren" anklicken; deaktivieren und bestätigen. Fertig.
Für Linux folgt man entweder diesem Link, oder geht so vor (Ubuntu 11.4): Systemeinstellungen öffnen; Netzwerkverbindungen öffnen; die genutzte Internet-Verbindung zum Bearbeiten auswählen (LAN oder das entsprechende WLAN-Netz); IPv6 auf "Ignorieren" stellen und bestätigen.
Ubuntu - menschlich computen
Startschuss für Ubuntu 11.10
Auf dem Ubuntu Developer Summit, der vergangene Woche in Budapest stattfand, haben die Ubuntu-Macher die Weichen für die kommende Version 11.10 der Linux-Distribution gestellt.
From: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Startschuss-fuer-Ubuntu-11-10-1244449.html
Ich fange mal mit dieser Meldung über die Ankündigung der neuen Ubuntu-Version an, denn ich wollte schon seit einiger Zeit einen Artikel über Ubuntu schreiben. Ubuntu ist, das als Einsteigerinformation für alle, die gerade nicht wissen worum es geht, ein sehr einsteigerfreundliches Linux-Betriebssystem. Der interessierte Mensch mag sich hier detaillierter informieren:
Ein interessanter Absatz aus der Wikipedia-Beschreibung:
Prinzipien
Ziel von Ubuntu ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die digitale Kluftüberwunden wird. Daher will das Projekt Software anbieten, die für alle Menschen möglichst ohne Einschränkungen und kostenlos zur Verfügung steht. Dies spiegelt sich auch in der Wahl des Namens wider: Der Begriff Ubuntu kommt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa[5] und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet.
Das ist doch als Philosophie für ein Betriebssystem in jedem Fall schonmal besser, als alles andere, was man aus dieser Branche hört. Ich kenne Ubuntu schon seit einigen Jahren und habe es neben Mac OS X auch immer schon gerne genutzt. Seit kurzer Zeit nutze ich nun die neueste Ubuntu-Version 11.4 auf einem kleinen Netbook und muss sagen, dass ich total begeistert bin. Erstens vom Netbook und der Art und Weise, wie man damit mobil arbeiten kann, und zweitens von Ubuntu 11.4. Darin dient nämlich mittlerweile Unity als Benutzeroberfläche (und nicht mehr Gnome, wie bisher), und genau dieses Unity ist auf die Bedürfnisse von kleinen Bildschirmen wunderbar angepasst. Darüber hinaus ist es sehr einfach zu bedienen und nicht mit Funktionen überfrachtet. Wunderbar! Einfach einschalten und loslegen, so wie ich es vom Mac gewohnt bin.
Kurioserweise ist genau das aber der Kritikpunkt eines Teils der Ubuntu-Fan-Gemeinde, die sich darüber beschwert, dass es nichts mehr zu frickeln, zu tunen und zu schrauben gibt. Ich denke, da anders, denn ich brauche die Maschinen zum kreativen Arbeiten. Ich will nicht endlose Einstellorgien und Tuningmaßnahmen durchführen müssen. Böse Zungen haben Unity deshalb schon als "Mac OS X" für Arme betitelt. Das kann ich unterschreiben, aber mit einer anderen Wertung: Mit Unity nähert sich Ubuntu der Bediener-Philosphie von Mac OS X an, und das kann nur gut sein. denn wenn ich ein Betriebsystem für umme kriege, mit dem ich auf einem kleinen 250 Euro-Netbook ähnlich produktiv arbeiten kann, wie auf einem Mac, dann gibt es dafür von meiner Seite nur Lob. Ich kann mich da C. Doktorow anschließen: My new Ubuntu-flavoured ThinkPad is computing heaven. Was natürlich auch damit zusammenhängt, dass sich mein Arbeiten mittlerweile zum größten Teil in der Cloud (Cloud Computing – Wikipedia) abspielt, sprich der Browser (Chrome) ist mein Hauptprogramm geworden. Darin laufen mittlerweile bei mir Ideenverwaltung, Textverarbeitung, Grafikbearbeitung und Kommunikation ab. Doch das ist ein eigenes Thema.
(Unity bietet Programmstarter- und Suchfunktionen, ähnlich Spotlight)
Natürlich muss man dazu sagen, daß Unity noch am Anfang seiner Entwicklung steht, und wie im Artikel oben angekündigt, wohl schon in der nächsten Ausgabe noch einige Stellschrauben und Fähigkeiten erhalten wird - schon alleine, um die Stammkundschaft der Frickler und Tüftler nicht total zu vertreiben. Ist mir wurscht. Das kleine Netbook rennt mit Ubuntu/Unity 11.4 wie Sau und ich kann kreativ mit Mac-Feeling arbeiten. Das reicht mir.
Ich werd' noch ein oder zwei Artikel zu diesem Thema nachschieben, sobald ich Luft habe. Die Begriffe "Cloud" und Chrome bedürfen da noch einiger Erläuterungen.
Bid dahin gilt, wie immer: Bei Fragen fragen. Wissen vermehrt sich dadurch. ;)






